Smart Home für Einsteiger – ein praktischer Leitfaden

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Im digitalen Zeitalter alles ist „smart“: Smartphones, Smart TVs, Smartwatches. Jetzt folgt das eigene Zuhause und verwandelt sich durch vernetzte Geräte und modernste Haustechnik in ein Smart Home. Doch, was genau ist eigentlich ein Smart Home? Warum ist es überhaupt smart und was bringt es seinen Besitzern? In diesem praktischen Leitfaden für Einsteiger erfährst Du mehr zum Thema. Informiere Dich zu Angeboten für Smart Home Systeme, aber auch zu den Bedenken und den Problemen der Technik. Am Ende dieses Artikels kannst Du außerdem einen Blick in die Zukunft wagen und erhältst praktische Tipps für Dein eigenes Smart Home.

Smart Home – was ist das?

Ja doch, schon mal gehört: Den meisten Online-Nutzern in Deutschland ist Smart Home ein Begriff. Das belegt eine aktuelle Studie des Bundesverbands Digitale Wirtschaft e. V. (BVDW). Die dort befragten Teilnehmer kennen sogar verschiedene Smart Home Anwendungen, z. B. vernetzte Haushalts- und Überwachungsgeräte, Unterhaltungselektronik oder Sprachassistenten, wie Siri, Alexa & Co. Diese Anwendungen bieten ihren Nutzern mehr Komfort und Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden, sorgen mit Überwachungselektronik für mehr Sicherheit in den Innen- und Außenbereichen von Häusern und Wohnungen. Bestimmte Systeme und Produkte helfen sogar dabei, Energie beim Heizen oder Beleuchten zu sparen und die Umwelt zu schonen. Und manche Geräte und Sensoren bereiten einfach nur Freude bei der Verwendung. Laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Deloitte benutzen erst 16 Prozent der Deutschen ein Smart Home System, das dies alles ermöglicht. Doch die Tendenz ist steigend: Knapp ein Viertel der vom BVWD Befragten gibt in der Studie des Vereins an, Smart Home Anwendungen künftig nutzen zu wollen. Werden unsere Kühlschränke also bald selbstständig Milch bestellen, wenn sie alle ist? Die Antwort ist: irgendwann vielleicht. Aber bis dahin ist es noch ein ziemlich weiter Weg.

Deshalb noch mal: Was ist ein Smart Home heute?

Ein Smart Home ist ein Haus oder eine Wohnung, in dem sich Sensoren, Geräte und technische Lösungen zentral über eine Plattform steuern lassen und miteinander interagieren. Das erste „Home der smarten Art“ steht übrigens bei München. Entworfen 2001 von Architekten für die Bundesgartenschau und vom berühmten Fraunhofer Institut mit intelligenten elektronischen Steuerungsmodulen versehen, war es ein erster Aufbruch in die Ära visionärer Gebäudetechnik. Schon vorher hatte das Fraunhofer-inHaus-Zentrum in Duisburg, eine Innovationswerkstatt für intelligente Raumsysteme, mit zahlreichen Herstellern moderne Smart Home Szenarien entworfen. Im Münchner Projekthaus ließen sich dann bereits sämtliche elektronischen Abläufe zentral steuern – über eine zentrale Steuereinheit. Sämtliche Befehle an die angebundenen Systeme liefen über diese zentrale Station. Also genau die Funktionen, die in modernen Smart Homes heute die sogenannte Basis- bzw. Dockingstation übernimmt.

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Beispiel einer modernen Basisstation, die sich per Smartphone-App bequem steuern lässt

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Längst ist das Smart Home nicht mehr nur den Wissenschaften vorbehalten: Inzwischen verwenden 16 Prozent der Deutschen mindestens eines der zahlreich am Markt verfügbaren Smart Home Systeme. Tendenz steigend!

Was ist ein Smart Home System?

Neben der zentralen Basisstation, die alle elektronischen Prozesse im Smart Home über eine Smartphone App steuert, gibt es zusätzliche Hardware, die in der Lage ist, Daten zu sammeln, und zu verwerten. Diese Hardware ist mittlerweile absolut erschwinglich, sodass sich heutzutage jeder sein eigenes Smart Home System zusammenstellen kann. Erhältliche Smart Home Hardware besteht aus Schaltern, Tastern und Steckdosen, z. B. für automatisches Anschalten von Licht, sobald sich eine Person den von Bewegungsmeldern überwachten Bereich betritt. Praktisch, wenn Du nachts um 3 Uhr ein dringendes Bedürfnis verspürst und das Spielzeug der lieben Kleinen mal wieder im Weg liegt.

Ebenfalls gängig sind Thermostate für Heizungen, die das An- und Abschalten automatisch regeln, ohne dass der Nutzer einen Finger rühren muss. Wie das genau funktioniert, erklären wir Dir hier. Ebenfalls sehr begehrt bei Konsumenten sind intelligente Alarmsysteme sowie fern- und zeitgesteuerte Lichter und Leuchten. Groß im Kommen natürlich auch smarte Unterhaltungselektronik und Lautsprecher, wie z. B. Sonos sie bietet, mit denen wir heute in allen Räumen dieselbe Musik laufen lassen. Und natürlich weitere Produkte für smarte Jalousien, Türen, Fenster, Rauchmelder u.v.m.

Die meisten dieser Systeme lassen sich heute per Smartphone App steuern. Touch-Steuerung ist die einfachste Möglichkeit der Bedienung. Es gibt allerdings auch erste Lösungen, die sich allein mit Sprache regeln lassen oder externe Bedienelemente, die eigens für bestimmte Smart Home Lösungen entwickelt worden sind.

Smart Home Systeme – selbst zusammenstellen oder Kombi kaufen?

Für Einsteiger, die nicht jedes einzelne Gerät oder jeden Schalter selbst zusammenstellen möchten, gibt es praktische Starter-Sets, in denen eine Basisstation und die Grundausstattung an Hardware für ein bis vier Zimmer im Smart Home enthalten sind. Oft sind diese Kombisets auch die günstigere Variante im Vergleich zu individuell zusammengestellten und gekauften Produkten.

Praktische Smart Home Kombis für Komfort, Sicherheit und Energiesparen

Einige Smart Home Anbieter kombinieren eine Art „best of“ aller erhältlichen Produkte für Komfort, Heizungs- und Lichtszenarien, Energie sparen und Sicherheit in einer App. Basis für die Steuerung sind Sensoren, die automatisiert Daten erfassen und diese gemäß den Einstellungen der App verarbeiten und ausführen.

Smart Speaker und digitale Sprachassistenten in aller Munde

Ein ganz heißer Trend im Smart Home Markt sind digitale Sprachassistenten und Smart Speaker wie Alexa von Google, Siri von Apple oder Echo von Amazon. Die Smart Home Studie 2018 von Deloitte ergab, dass bereits in 13 Prozent aller deutschen Haushalte ein solches Tool steht und mit seinen Besitzern plaudert. Auf erklärten Wunsch holen sie den aktuellen Wetterbericht ein, drehen die Heizung auf oder schalten das Licht an. Grundlage dieser Maschine-Mensch-Interaktion sind Befehle bzw. bestimmte Audiosignale. Sie werden auf Basis von Künstlicher Intelligenz über Spracherkennung von den selbstlernenden Assistenten erkannt und ausgeführt.

Nicht immer sprechen Nutzer und Sprachassistent die gleiche Sprache: eine 85-jährige Italo-Amerikanerin kommuniziert zum ersten Mal mit dem Smart Speaker ihrer Enkel – mit Händen, Füßen und, schließlich erfolgreich, per Stimme

Schöne neue Welt: Wie sieht sie aus, die Zukunft im Smart Home?

Es gibt viele spannende neue Technologien im Smart Home Bereich – Sprache ist nur einer der vielversprechenden Trends. Wäre es nicht auch großartig, wenn die Fußbodenheizung immer zum richtigen Zeitpunkt die Wohlfühltemperatur bereitstellt und auch sonst Energie spart? Das Thema Nachhaltigkeit spielt bei den erweiterbaren Smart Home Systemen eine zunehmend größere Rolle: Eine Verknüpfung der eigenen Solarstromanlage mit den smarten Geräten im Haus wäre denkbar: Zusatzdienste wie Notrufe für Senioren oder ein Sicherheitsdienst, der automatisch gerufen wird, wenn Fremde sich Zugang zum Haus verschaffen – all das ist jedoch weitgehend Zukunftsmusik bzw. bedarf einer nahtlosen Verknüpfung der Sensoren und Geräte sowie einer durchgängigen Kompatibilität. Und die solltest Du vor der Anschaffung von Smart Home Systemen unbedingt genau prüfen oder prüfen lassen. Sonst kannst Du bei einer nachträglichen Umrüstung böse Überraschungen erleben. Die Frage ist auch, wie sehr Konsumenten bereit sind, ihr Haus in ein Smart Home zu verwandeln. Praktische Ideen gibt es gerade von den großen Datenkonzernen viele. So plant z. B. Amazon gerade den Einsatz von Smart Locks. Sie sollen Zutrittsberechtigten nach einmaliger Freigabe der Hausbesitzer Zugang zum Haus gewähren. Amazon Lieferanten oder Paketboten könnten damit Waren jederzeit anliefern und abholen. Der Vorteil: Nie wieder gelbe Zettelchen im Briefkasten, dass man sein Paket erst am Samstag ab 14 Uhr in der nächstgelegenen Postfiliale abholen kann. Der Nachteil: Man gewährt völlig fremden Mitarbeitern eines großen Datenkonzerns Zutritt zum „Allerheiligsten“. In Deutschland können dieser Idee laut Deloitte Studie zwar bisher nur 4 Prozent aller Smart Home Nutzer etwas abgewinnen, doch der Testlauf in Amerika ist erfolgreich verlaufen.

Smart Home = gläserner Bewohner? Das leidige Datenthema.

Viele Menschen, die sich derzeit mit Smart Home auseinandersetzen, haben Bedenken wegen der unbefugten Nutzung ihrer Daten. Das Thema Datenschutz und -sicherheit treibt viele um. Besonders groß ist die Angst bei den neuen Sprachassistenten und davor, dass sie heimlich Daten über ihre Nutzer sammeln, um sie gewinnbringend für den Hersteller zu verwenden. Niemand möchte gern zum gläsernen Kunden werden. Doch auch der Zugriff von außen, z. B. durch Hackerangriffe, ist für über ein Drittel der Befragten einer aktuellen Studie von gebäudedigital.de ein durchaus realistisches Szenario. Fakt ist jedoch auch: ohne Daten keine smarten Geräte, ohne smarte Geräte, kein Smart Home. Denn das basiert auf und funktioniert nur mit den Daten seiner Bewohner.

Seriöse Anbieter überzeugen ihre Kunden deshalb durch anonymisierte Benutzerkonten und den Betrieb der Cloud-Server innerhalb Deutschlands. Diese unterliegen folglich den europäischen Datenschutzbestimmungen. Das bedeutet, dass Daten nicht ins Ausland transferiert werden können, wo der Datenschutz unter Umständen nicht geregelt ist. Eine hochgradige Verschlüsselung innerhalb der gesamten Kommunikationswege eines Smart Homes sollten eine Selbstverständlichkeit sein.

Und wie funktioniert das jetzt ganz genau mit dem Smart Home? Das zeigen wir Dir hier noch einmal ganz anschaulich.
Falls Du weitere Fragen hast oder eine persönliche Beratung bei Dir vor Ort wünschst, sprich uns einfach direkt an:

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